Grübeln kann sich anfühlen, als würde der Kopf einfach nicht abschalten. Du denkst über ein Gespräch nach, über eine Entscheidung, über einen Fehler, über die Zukunft, über deinen Körper oder darüber, warum es dir gerade nicht gut geht. Ein Gedanke führt zum nächsten. Aus einer Frage werden zehn neue Fragen. Und obwohl du eigentlich eine Lösung finden möchtest, fühlst du dich danach oft nicht klarer, sondern erschöpfter.
Viele Menschen beschreiben Grübeln so: „Ich weiß, dass es mir nicht hilft, aber ich kann nicht aufhören.“ Genau das ist typisch. Grübeln wirkt zunächst wie Problemlösen. Der Kopf versucht, Sicherheit herzustellen, Fehler zu vermeiden oder Kontrolle zurückzugewinnen. Kurzfristig entsteht das Gefühl, etwas zu tun. Langfristig bleibt man aber häufig in einer Gedankenschleife hängen.
Grübeln ist besonders häufig bei Angst, ständigen Sorgen, Depression, Erschöpfung, Perfektionismus, innerem Druck, Schlafproblemen und sozialer Unsicherheit. Es ist nicht einfach „zu viel Denken“, sondern oft ein Versuch des Gehirns, mit Unsicherheit, Belastung oder unangenehmen Gefühlen umzugehen.
Dieser Artikel erklärt, warum Grübeln entsteht, warum es so schwer zu stoppen ist, wie sich Grübeln von hilfreichem Nachdenken unterscheidet — und wie Verhaltenstherapie helfen kann, aus dem Gedankenkarussell auszusteigen.
Kurz gesagt
Grübeln ist eine wiederholte, kreisende Form des Nachdenkens, die selten zu einer klaren Lösung führt. Der Kopf sucht Sicherheit, Kontrolle oder Erklärung, bleibt aber in denselben Fragen hängen. Häufig verstärkt Grübeln Angst, innere Unruhe, Schlafprobleme, Selbstkritik und Erschöpfung. Verhaltenstherapie kann helfen, Grübelschleifen zu erkennen, anders mit Gedanken umzugehen und wieder mehr Abstand zum inneren Gedankenstrom aufzubauen.
Inhalt dieses Artikels
- Was ist Grübeln?
- Warum grüble ich so viel?
- Typische Grübelgedanken
- Grübeln oder Problemlösen: Was ist der Unterschied?
- Grübeln bei Angst und ständigen Sorgen
- Grübeln bei Depression, Erschöpfung und innerer Leere
- Grübeln bei Perfektionismus und Selbstkritik
- Warum Grübeln nachts besonders stark wird
- Der Kreislauf des Grübelns
- Warnzeichen: Wann solltest du dir Hilfe holen?
- Was du selbst versuchen kannst
- Wie Verhaltenstherapie bei Grübeln helfen kann
- Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
- Häufige Fragen
Was ist Grübeln?
Grübeln bedeutet, dass Gedanken immer wieder um dieselben Themen kreisen, ohne dass daraus eine klare Entscheidung, Lösung oder Entlastung entsteht. Es ist ein Denken, das sich wiederholt. Der Kopf bleibt an einer Frage hängen und sucht weiter nach einer Antwort, obwohl die bisherigen Runden nicht geholfen haben.
Typisch für Grübeln ist:
- du denkst immer wieder über dasselbe Thema nach
- du findest keine endgültige Lösung
- du fühlst dich danach angespannter oder erschöpfter
- deine Gedanken beginnen oft mit „Warum?“ oder „Was, wenn?“
- du analysierst dich, andere oder Situationen sehr stark
- du kannst schwer abschalten
- du kommst innerlich nicht zur Ruhe
- du weißt oft, dass es nicht hilft, machst aber trotzdem weiter
Grübeln kann sich auf Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft richten. Manchmal geht es um Fehler, die man gemacht haben könnte. Manchmal um Gespräche, die man nachträglich analysiert. Manchmal um körperliche Symptome, Entscheidungen, Beziehungen, Arbeit, Gesundheit oder die Frage, warum man sich so fühlt, wie man sich fühlt.
Wichtig ist: Grübeln ist nicht einfach ein Zeichen von „zu wenig Disziplin“. Es ist oft ein innerer Versuch, Kontrolle, Sicherheit oder Erklärung zu finden. Genau deshalb ist es so hartnäckig.
Warum grüble ich so viel?
Viele Menschen grübeln, weil ihr Kopf ein Problem lösen möchte. Das ist grundsätzlich verständlich. Denken hilft uns, Entscheidungen zu treffen, Erfahrungen einzuordnen und uns auf Herausforderungen vorzubereiten.
Problematisch wird es, wenn der Kopf Fragen beantworten möchte, die keine eindeutige Antwort haben. Zum Beispiel:
- „Warum bin ich so?“
- „Was, wenn ich die falsche Entscheidung treffe?“
- „Was, wenn etwas Schlimmes passiert?“
- „Warum habe ich das gesagt?“
- „Was denken andere über mich?“
- „Was, wenn es nie besser wird?“
- „Warum fühle ich mich so leer?“
Solche Fragen wirken wichtig. Aber sie führen häufig nicht zu einer konkreten Handlung. Stattdessen erzeugen sie neue Unsicherheit. Der Kopf versucht dann, diese Unsicherheit durch noch mehr Denken zu reduzieren. So entsteht eine Schleife.
Häufige Auslöser für Grübeln sind:
- Angst und Unsicherheit
- innere Unruhe
- Stress und Überforderung
- Perfektionismus
- Selbstkritik
- soziale Unsicherheit
- körperliche Symptome
- Schlafprobleme
- depressive Stimmung
- innere Leere
- schwierige Entscheidungen
Grübeln ist also oft kein isoliertes Problem. Es ist ein Prozess, der viele psychische Belastungen verstärken kann.
Typische Grübelgedanken
Grübelgedanken unterscheiden sich je nach Thema. Trotzdem gibt es typische Muster. Viele Gedanken drehen sich um Kontrolle, Fehler, Schuld, Zukunft, Bewertung oder die eigene Person.
Typische Grübelgedanken sind:
- „Warum kann ich nicht einfach aufhören zu denken?“
- „Was stimmt nicht mit mir?“
- „Was, wenn ich nie wieder ruhig werde?“
- „Habe ich etwas falsch gemacht?“
- „Was, wenn ich mich falsch entschieden habe?“
- „Was denken andere über mich?“
- „Warum habe ich so reagiert?“
- „Was, wenn ich krank bin?“
- „Was, wenn ich die Kontrolle verliere?“
- „Warum fühle ich mich so leer?“
- „Ich müsste das doch besser im Griff haben.“
Viele dieser Gedanken erzeugen Druck. Sie wirken, als müsste sofort eine Lösung her. Doch je mehr du versuchst, eine perfekte Antwort zu finden, desto mehr kann sich der Kopf verfangen.
Gerade bei Angst entstehen häufig „Was, wenn …?“-Gedanken. Wenn das bei dir stark ist, lies auch: Angst vor Kontrollverlust und ständige Sorgen: Warum der Kopf Gefahr sucht
Grübeln oder Problemlösen: Was ist der Unterschied?
Ein wichtiger Schritt ist die Unterscheidung zwischen hilfreichem Nachdenken und Grübeln. Beides fühlt sich zunächst ähnlich an. In beiden Fällen denkst du über ein Thema nach. Der Unterschied liegt im Ergebnis.
Hilfreiches Problemlösen führt zu mehr Klarheit. Du erkennst eine konkrete Handlung, triffst eine Entscheidung oder formulierst einen nächsten Schritt.
Grübeln führt meist zu mehr Schleifen. Du denkst weiter, aber es entsteht keine echte Handlung. Du wirst unsicherer, angespannter oder müder.
Eine einfache Prüffrage lautet:
Führt dieser Gedanke gerade zu einem konkreten nächsten Schritt — oder nur zur nächsten Runde im Kopf?
Wenn Denken zu einer Handlung führt, kann es hilfreich sein. Wenn Denken nur neue Fragen erzeugt, bist du wahrscheinlich im Grübeln.
Der eigene Artikel zu diesem Thema wird im Cluster wichtig: Grübeln oder Problemlösen: Warum Nachdenken manchmal nicht mehr hilft
Grübeln bei Angst und ständigen Sorgen
Bei Angst ist Grübeln häufig auf Zukunft und Gefahr ausgerichtet. Der Kopf fragt: Was könnte passieren? Wie kann ich es verhindern? Was, wenn ich es nicht schaffe? Was, wenn ich krank bin? Was, wenn ich die Kontrolle verliere?
Diese Gedanken wirken wie Vorbereitung. Aber oft entsteht keine echte Vorbereitung, sondern ein Sorgenkreislauf. Der Kopf sucht Sicherheit, findet aber keine endgültige Garantie.
Typisch bei Angst ist auch Rückversicherung: googeln, nachfragen, Körper kontrollieren, Situationen vermeiden oder innerlich alles durchspielen. Kurzfristig beruhigt das. Langfristig lernt der Kopf jedoch: Ich brauche Grübeln und Kontrolle, um sicher zu sein.
Wenn Angst bei dir stark im Vordergrund steht, sind diese Artikel wichtig:
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- Panikattacke oder Angst? Warum sich Angst körperlich so stark anfühlt
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Grübeln bei Depression, Erschöpfung und innerer Leere
Bei depressiver Stimmung richtet sich Grübeln häufig stärker auf die eigene Person, die Vergangenheit oder die Frage, warum man sich so fühlt. Gedanken können dann sehr schwer, hoffnungslos oder selbstabwertend werden.
Typische Grübelgedanken bei Depression und Erschöpfung sind:
- „Warum bin ich so antriebslos?“
- „Warum schaffe ich nichts mehr?“
- „Was ist mit mir passiert?“
- „Warum fühle ich mich so leer?“
- „Wird das jemals wieder besser?“
- „Ich müsste doch funktionieren.“
- „Andere bekommen ihr Leben auch hin.“
Das Problem: Grübeln wirkt hier oft wie Selbstanalyse, führt aber selten zu Entlastung. Stattdessen kann es depressive Stimmung verstärken, weil der Blick immer enger auf Defizite, Fehler und Hoffnungslosigkeit fällt.
Wenn du dich leer, antriebslos oder erschöpft fühlst, lies auch:
- Ich fühle mich leer: Ursachen, Warnzeichen und wie Verhaltenstherapie helfen kann
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- Burnout oder Depression
- Online-Verhaltenstherapie bei Depression, Burnout und Erschöpfung
Grübeln bei Perfektionismus und Selbstkritik
Perfektionismus und Grübeln hängen oft eng zusammen. Wer hohe Ansprüche an sich selbst hat, analysiert häufig Fehler, Entscheidungen und Reaktionen sehr intensiv. Der Kopf sucht die perfekte Lösung, die richtige Antwort oder den Beweis, dass man nichts falsch gemacht hat.
Typische Gedanken sind:
- „Ich hätte es besser machen müssen.“
- „Warum habe ich das nicht früher erkannt?“
- „Was, wenn ich einen Fehler übersehen habe?“
- „Ich darf mir so etwas nicht erlauben.“
- „Ich muss das nochmal durchgehen.“
- „Was, wenn andere merken, dass ich nicht gut genug bin?“
Das Grübeln soll verhindern, dass Fehler wieder passieren. Langfristig kann es aber dazu führen, dass du immer unsicherer wirst. Du vertraust deinen Entscheidungen weniger, kontrollierst mehr und kommst innerlich kaum zur Ruhe.
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Warum Grübeln nachts besonders stark wird
Viele Menschen grübeln besonders abends oder nachts. Tagsüber gibt es Ablenkung, Aufgaben, Gespräche und äußere Anforderungen. Sobald es ruhig wird, wird der Kopf lauter.
Nachts wirken Gedanken oft intensiver. Der Körper ist müde, die emotionale Belastbarkeit sinkt, und Probleme fühlen sich größer an. Wenn du dann versuchst, unbedingt schlafen zu müssen, entsteht zusätzlicher Druck: „Ich muss jetzt einschlafen.“ „Morgen bin ich sonst nicht leistungsfähig.“ „Warum hört mein Kopf nicht auf?“
Dieser Druck kann das Gedankenkarussell weiter antreiben. Aus Grübeln wird Schlafstress. Aus Schlafstress wird noch mehr Grübeln.
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Der Kreislauf des Grübelns
Grübeln bleibt häufig bestehen, weil es kurzfristig eine Funktion erfüllt. Es gibt dir das Gefühl, aktiv zu sein. Du analysierst, suchst Erklärungen, möchtest verhindern, dass etwas schiefgeht. Das wirkt zunächst sinnvoll.
Langfristig entsteht aber ein Kreislauf:
- Ein Problem, Gefühl oder Gedanke taucht auf.
- Der Kopf bewertet es als wichtig oder gefährlich.
- Du beginnst zu analysieren.
- Kurz entsteht das Gefühl, Kontrolle zu gewinnen.
- Dann tauchen neue Fragen oder Zweifel auf.
- Die Anspannung steigt.
- Du grübelst weiter, um endlich Sicherheit zu finden.
- Am Ende bist du erschöpfter, aber nicht wirklich klarer.
Das ist der Grund, warum Grübeln so hartnäckig sein kann: Es verspricht Entlastung, erzeugt aber oft neue Belastung.
Ein zentrales Ziel in der Verhaltenstherapie ist deshalb nicht, Gedanken gewaltsam zu stoppen. Das funktioniert meistens nicht. Ziel ist, anders mit Gedanken umzugehen, Grübelmuster früher zu erkennen und nicht jeder inneren Frage automatisch folgen zu müssen.
Warnzeichen: Wann solltest du dir Hilfe holen?
Grübeln ist nicht automatisch ein Zeichen für eine psychische Erkrankung. Jeder Mensch denkt manchmal zu viel nach. Hilfe kann aber sinnvoll sein, wenn Grübeln häufig wird, dich stark belastet oder deinen Alltag einschränkt.
Ein verhaltenstherapeutisches Erstgespräch kann sinnvoll sein, wenn du mehrere dieser Punkte bei dir erkennst:
- Du kannst schwer abschalten.
- Deine Gedanken drehen sich immer wieder um dieselben Themen.
- Du grübelst abends oder nachts und schläfst schlechter.
- Du analysierst Gespräche, Fehler oder Entscheidungen sehr lange.
- Du machst dir ständig Sorgen.
- Du suchst viel Rückversicherung.
- Du fühlst dich durch deine Gedanken erschöpft.
- Du wirst durch Grübeln ängstlicher oder niedergeschlagener.
- Du vermeidest Entscheidungen oder Situationen, weil du nicht aufhören kannst zu denken.
- Du hast das Gefühl, dein Kopf bestimmt deinen Alltag.
Besonders wichtig ist Unterstützung, wenn zusätzlich Panikattacken, depressive Symptome, starke Erschöpfung, Schlafprobleme, Hoffnungslosigkeit oder Gedanken an Selbstgefährdung auftreten.
Was du selbst versuchen kannst
Wenn du viel grübelst, ist der Wunsch verständlich, die Gedanken sofort zu stoppen. Doch Gedanken lassen sich selten durch Druck abschalten. Je stärker du denkst „Ich darf jetzt nicht grübeln“, desto mehr Aufmerksamkeit bekommt das Grübeln.
Erste hilfreiche Schritte können sein:
- Grübeln erkennen: Benenne innerlich: „Ich bin gerade in einer Grübelschleife.“
- Problemlösen prüfen: Gibt es einen konkreten nächsten Schritt oder nur weitere Analyse?
- Fragen sortieren: Manche Fragen sind lösbar, andere verlangen absolute Sicherheit.
- Gedanken nicht bekämpfen: Es geht nicht darum, Gedanken gewaltsam wegzudrücken.
- Auf Verhalten achten: Was tust du, wenn du grübelst? Rückzug, Googeln, Kontrolle, Vermeidung?
- Körper einbeziehen: Grübeln ist oft mit Anspannung verbunden. Reines Weiterdenken beruhigt den Körper selten.
- Kleine Handlungen wählen: Manchmal hilft eine konkrete Handlung mehr als die zehnte gedankliche Runde.
Wichtig ist: Diese Schritte ersetzen keine Therapie. Sie können aber helfen, Grübeln nicht mehr als reine Wahrheit zu erleben, sondern als Muster, das du beobachten und verändern kannst.
Wie Verhaltenstherapie bei Grübeln helfen kann
Verhaltenstherapie kann bei Grübeln helfen, weil sie nicht nur den Inhalt der Gedanken betrachtet, sondern auch den Prozess. Es geht nicht nur darum, was du denkst, sondern wie du denkst, wann du in Schleifen gerätst und was Grübeln kurzfristig und langfristig bewirkt.
In der Therapie können wir gemeinsam untersuchen:
- Welche Themen lösen Grübeln aus?
- Welche Gefühle stehen am Anfang der Gedankenschleife?
- Welche Fragen wiederholen sich?
- Welche Funktion hat das Grübeln?
- Suchst du Sicherheit, Kontrolle, Erklärung oder Beruhigung?
- Wann wird Nachdenken zu Grübeln?
- Welche Verhaltensweisen halten die Schleife aufrecht?
- Wie kannst du anders mit Gedanken, Unsicherheit und Anspannung umgehen?
Ein wichtiger Teil ist, hilfreiches Problemlösen von Grübeln zu unterscheiden. Danach geht es darum, neue Reaktionen aufzubauen: Gedanken bemerken, Abstand gewinnen, den Körper regulieren, Entscheidungen nicht endlos vertagen und wieder mehr ins Handeln kommen.
Verhaltenstherapie bedeutet dabei nicht, dass du nie wieder nachdenkst. Ziel ist, dass dein Denken wieder hilfreicher wird — weniger kreisend, weniger erschöpfend und weniger bestimmend.
Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
Online-Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, wenn Grübeln, ständige Sorgen, Gedankenkarussell, innere Unruhe, Schlafprobleme, Angst oder Selbstkritik deinen Alltag belasten und du Unterstützung von zuhause aus wahrnehmen möchtest.
Bei mir, Dr. Richard Blokesch, geht es im Erstgespräch zunächst darum, deine Situation einzuordnen: Wann grübelst du? Welche Themen wiederholen sich? Welche Gefühle stehen dahinter? Gibt es Angst, Erschöpfung, Depression, Perfektionismus oder Schlafprobleme? Und was möchtest du im Alltag konkret verändern?
Danach kann gemeinsam geklärt werden, ob Online-Verhaltenstherapie für deine Situation geeignet ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
Der Conversion-Artikel dieses Clusters ist: Online-Verhaltenstherapie bei Grübeln, Sorgen und Gedankenkarussell
Wann Online-Therapie nicht ausreicht
Online-Therapie ist nicht in jeder Situation der richtige erste Schritt. Wenn du akut suizidale Gedanken hast, dich selbst gefährden könntest, dich nicht mehr sicher fühlst oder in einer akuten psychischen Krise bist, solltest du sofort direkte Hilfe suchen.
Wende dich in einer akuten Krise bitte an den Notruf, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, eine psychiatrische Ambulanz oder eine Krisenstelle in deiner Nähe. Akute Selbstgefährdung braucht unmittelbare Unterstützung.
Bei neuen, starken oder unklaren körperlichen Beschwerden sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Besonders bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, neurologischen Symptomen oder plötzlich sehr starken Beschwerden sollte nicht abgewartet werden.
Häufige Fragen zum Grübeln
Warum kann ich nicht aufhören zu grübeln?
Grübeln hält sich oft, weil es kurzfristig wie Problemlösen wirkt. Der Kopf versucht, Sicherheit, Kontrolle oder Erklärung zu finden. Wenn aber keine klare Lösung entsteht, beginnt die nächste Gedankenrunde. So entsteht eine Schleife.
Ist Grübeln dasselbe wie Nachdenken?
Nein. Hilfreiches Nachdenken führt zu Klarheit, Entscheidung oder Handlung. Grübeln dreht sich meist im Kreis und erzeugt neue Unsicherheit, Anspannung oder Erschöpfung.
Warum grüble ich besonders nachts?
Nachts gibt es weniger Ablenkung, der Körper ist müde und Gedanken wirken oft intensiver. Zusätzlich kann Schlafdruck entstehen: „Ich muss jetzt schlafen.“ Dieser Druck verstärkt häufig das Gedankenkarussell.
Kann Grübeln Angst verstärken?
Ja. Grübeln kann Angst verstärken, besonders wenn es um „Was, wenn …?“-Gedanken, körperliche Symptome, Kontrollverlust oder mögliche Gefahren geht. Der Kopf sucht Sicherheit, findet aber oft keine endgültige Beruhigung.
Kann Grübeln mit Depression zusammenhängen?
Ja. Grübeln kann bei depressiver Stimmung, innerer Leere, Antriebslosigkeit und Erschöpfung eine wichtige Rolle spielen. Häufig kreisen Gedanken dann um die eigene Person, Fehler, Hoffnungslosigkeit oder die Frage, warum es einem nicht besser geht.
Hilft Verhaltenstherapie bei Grübeln?
Ja. Verhaltenstherapie kann helfen, Grübelmuster zu erkennen, Grübeln von Problemlösen zu unterscheiden, anders mit Gedanken umzugehen und neue Handlungs- und Regulationsmöglichkeiten aufzubauen.
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Weitere Informationen zu meiner therapeutischen Arbeit bei starkem Grübeln finden Sie auf meiner Schwerpunktseite: Starkes Grübeln .
Fazit: Grübeln ist ein Versuch, Sicherheit zu finden — aber oft keine Lösung
Wenn du nicht aufhören kannst zu grübeln, bedeutet das nicht, dass du schwach bist oder dich einfach mehr zusammenreißen müsstest. Grübeln ist häufig ein innerer Versuch, mit Unsicherheit, Angst, Selbstkritik oder Belastung umzugehen.
Das Problem ist: Grübeln verspricht Klarheit, führt aber oft in neue Schleifen. Der Kopf sucht Sicherheit, findet keine endgültige Antwort und beginnt wieder von vorne.
Verhaltenstherapie kann helfen, diesen Kreislauf zu verstehen und Schritt für Schritt zu verändern. Ziel ist nicht, nie wieder nachzudenken. Ziel ist, dass dein Denken dir wieder hilft — statt dich nachts wachzuhalten, dich zu erschöpfen oder deinen Alltag zu bestimmen.
Über Dr. Richard Blokesch
Dr. Richard Blokesch ist Verhaltenstherapeut und unterstützt Menschen dabei, Grübeln, ständige Sorgen, Gedankenkarussell, Angst, Panik, Schlafprobleme, Perfektionismus, Selbstkritik, innere Unruhe und Erschöpfung besser zu verstehen und Schritt für Schritt mehr Stabilität im Alltag aufzubauen. In der Online-Verhaltenstherapie geht es darum, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, innere Anspannung zu reduzieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
