Tagsüber funktionierst du vielleicht noch. Du arbeitest, erledigst Aufgaben, sprichst mit Menschen, lenkst dich ab. Aber sobald es ruhig wird und du im Bett liegst, beginnt der Kopf zu arbeiten. Gedanken tauchen auf, werden lauter und drehen sich im Kreis. Was war heute? Was steht morgen an? Habe ich etwas falsch gemacht? Was, wenn ich nicht einschlafen kann? Was, wenn ich morgen völlig erschöpft bin?
Ein nächtliches Gedankenkarussell kann sehr belastend sein. Du willst schlafen, aber dein Kopf wirkt hellwach. Je stärker du versuchst, die Gedanken zu stoppen, desto präsenter werden sie. Aus einem einzelnen Gedanken wird eine Kette. Aus einer Sorge wird ein Szenario. Aus Einschlafdruck wird Anspannung.
Viele Menschen erleben genau diesen Kreislauf: Sie sind müde, können aber nicht abschalten. Der Körper liegt im Bett, aber das Nervensystem bleibt aktiv. Die Gedanken drehen sich weiter, und irgendwann entsteht zusätzlich die Angst vor der Nacht: „Hoffentlich geht es heute nicht wieder los.“
Dieser Artikel erklärt, warum Grübeln nachts besonders stark werden kann, wie Gedankenkarussell, Schlafdruck, Stress, Angst und innere Anspannung zusammenhängen — und wie Verhaltenstherapie helfen kann, den Kreislauf aus Grübeln und Schlafproblemen besser zu verstehen und zu verändern.
Kurz gesagt
Nächtliches Gedankenkarussell entsteht häufig, wenn Stress, Sorgen, Selbstkritik oder innere Anspannung im Bett besonders sichtbar werden. Der Kopf versucht, Probleme zu lösen oder Sicherheit herzustellen. Gleichzeitig entsteht Druck: „Ich muss jetzt schlafen.“ Dieser Druck kann den Körper aktivieren und das Grübeln verstärken. Verhaltenstherapie kann helfen, Grübeln, Schlafstress und ungünstige Schlafmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern.
Inhalt dieses Artikels
- Warum beginnt das Gedankenkarussell oft nachts?
- Typische Gedanken beim Grübeln im Bett
- Warum Schlafdruck das Einschlafen erschwert
- Stress, Anspannung und das wache Nervensystem
- Wenn Angst und Sorgen nachts stärker werden
- Nächtliches Grübeln bei Depression und Erschöpfung
- Perfektionismus: Wenn der Tag nachts analysiert wird
- Der Kreislauf aus Grübeln und Schlafproblemen
- Warnzeichen: Wann solltest du dir Hilfe holen?
- Was du selbst versuchen kannst
- Wie Verhaltenstherapie helfen kann
- Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
- Häufige Fragen
Warum beginnt das Gedankenkarussell oft nachts?
Nachts wird es ruhig. Genau das ist für viele Menschen das Problem. Tagsüber gibt es Ablenkung: Arbeit, Nachrichten, Gespräche, Termine, Aufgaben, Bewegung. Der Kopf ist beschäftigt. Belastende Gedanken sind vielleicht da, aber sie stehen nicht immer im Mittelpunkt.
Sobald du im Bett liegst, fallen diese äußeren Reize weg. Es gibt weniger Ablenkung, weniger Handlungsmöglichkeiten und weniger Kontrolle. Dadurch bekommen Gedanken mehr Raum. Was tagsüber im Hintergrund war, rückt plötzlich nach vorne.
Häufige Auslöser für nächtliches Grübeln sind:
- unerledigte Aufgaben
- Konflikte oder Gespräche vom Tag
- Stress im Beruf oder privat
- Sorgen um die Zukunft
- körperliche Symptome
- Selbstkritik
- Entscheidungen
- Angst vor dem nächsten Tag
- Schlafdruck und Angst, nicht schlafen zu können
Der Kopf versucht dann oft, noch schnell Ordnung herzustellen. Er möchte Probleme lösen, Risiken berechnen oder sich auf morgen vorbereiten. Das wirkt zunächst logisch. Aber im Bett ist Grübeln meistens besonders ungünstig, weil der Körper eigentlich in Richtung Ruhe wechseln soll.
Wenn du zuerst den Grundartikel zum Grübeln lesen möchtest: Ich kann nicht aufhören zu grübeln: Warum der Kopf keine Pause macht
Typische Gedanken beim Grübeln im Bett
Nächtliche Grübelgedanken haben oft einen besonderen Charakter. Sie wirken dringlicher, schwerer und bedrohlicher als am Tag. Ein Problem, das nachmittags noch lösbar erschien, kann nachts plötzlich riesig wirken.
Typische Gedanken sind:
- „Warum kann ich nicht einschlafen?“
- „Morgen bin ich komplett fertig.“
- „Ich muss jetzt endlich schlafen.“
- „Was, wenn es wieder so eine Nacht wird?“
- „Warum habe ich heute so reagiert?“
- „Habe ich etwas falsch gemacht?“
- „Was, wenn ich morgen nicht funktioniere?“
- „Ich halte das nicht mehr lange aus.“
- „Was, wenn es nie besser wird?“
- „Ich müsste mein Leben besser im Griff haben.“
Diese Gedanken erzeugen häufig Stress. Und Stress ist genau das Gegenteil von Einschlafbereitschaft. Der Körper wird wacher, obwohl du müde bist.
Ein zentrales Problem ist die Selbstbeobachtung. Du prüfst: Bin ich schon müde? Bin ich ruhiger? Schlafe ich bald ein? Warum bin ich noch wach? Dieses innere Überprüfen hält den Kopf aktiv.
Dadurch wird Schlaf zu einer Aufgabe. Und je mehr Schlaf zu einer Aufgabe wird, desto schwieriger wird er.
Warum Schlafdruck das Einschlafen erschwert
Schlaf lässt sich nicht direkt erzwingen. Genau das macht Schlafprobleme so frustrierend. Du kannst dich ins Bett legen, das Licht ausmachen und die Augen schließen. Aber du kannst deinem Körper nicht befehlen: „Jetzt sofort schlafen.“
Viele Menschen versuchen es trotzdem. Sie setzen sich innerlich unter Druck:
- „Ich muss jetzt schlafen.“
- „Ich habe nur noch sechs Stunden.“
- „Wenn ich jetzt nicht einschlafe, ist morgen alles verloren.“
- „Ich darf nicht wieder so eine Nacht haben.“
- „Ich muss das endlich kontrollieren.“
Dieser Druck aktiviert. Dein Körper interpretiert Druck als Anforderung oder Gefahr. Herzschlag, Muskelspannung und Wachheit können zunehmen. Du wirst aufmerksamer. Du beobachtest dich stärker. Und plötzlich ist Schlaf nicht mehr ein natürlicher Prozess, sondern eine Leistung, die gelingen muss.
Das kann zu einem paradoxen Effekt führen: Je mehr du schlafen willst, desto schwerer wird es. Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil Anstrengung und Einschlafen schlecht zusammenpassen.
Wenn Schlafprobleme bei dir stark mit Stress verbunden sind, lies auch: Schlafstörungen durch Stress: Warum du nicht zur Ruhe kommst
Stress, Anspannung und das wache Nervensystem
Wenn dein Alltag dauerhaft belastend ist, schaltet dein Körper abends nicht automatisch in Ruhe. Viele Menschen erwarten, dass der Körper schlafen kann, nur weil sie im Bett liegen. Aber ein hochaktiviertes Nervensystem braucht oft länger, um herunterzufahren.
Stress kann sich nachts zeigen durch:
- innere Unruhe
- angespannte Muskeln
- Herzklopfen
- flache Atmung
- Gedankendruck
- körperliches Wachsein trotz Müdigkeit
- unruhigen Schlaf
- frühes Erwachen
Dann liegt das Problem nicht nur im Kopf. Es betrifft auch den Körper. Grübeln und körperliche Anspannung verstärken sich gegenseitig: Gedanken erzeugen Anspannung, Anspannung signalisiert dem Kopf Gefahr oder Wichtigkeit, dadurch entstehen noch mehr Gedanken.
Viele Betroffene sagen: „Ich bin müde, aber mein Körper ist nicht müde.“ Oder: „Ich liege ruhig da, aber innerlich bin ich auf Strom.“ Genau das beschreibt einen Zustand innerer Aktivierung.
Passende Artikel dazu:
- Warum kann ich nicht abschalten?
- Körperliche Symptome durch Stress: Wenn die Psyche den Körper belastet
- Online-Verhaltenstherapie bei Stress, Schlafproblemen und körperlichen Symptomen
Wenn Angst und Sorgen nachts stärker werden
Angst wird nachts oft intensiver erlebt. Das liegt nicht daran, dass nachts automatisch mehr Gefahr besteht. Es liegt häufig daran, dass dein Kopf weniger Ablenkung hat und deine körperliche sowie emotionale Belastbarkeit niedriger ist.
Typische Angstgedanken nachts sind:
- „Was, wenn etwas Schlimmes passiert?“
- „Was, wenn ich morgen nicht durchhalte?“
- „Was, wenn ich krank bin?“
- „Was, wenn ich die Kontrolle verliere?“
- „Was, wenn ich nie wieder normal schlafen kann?“
- „Was, wenn mein Körper nicht mehr mitmacht?“
Besonders bei Angst entsteht oft ein Sicherheitsdrang. Du möchtest dich beruhigen, Symptome prüfen, etwas googeln, nach einer Lösung suchen oder innerlich alles durchdenken. Kurzfristig kann das etwas Kontrolle geben. Langfristig bleibt der Kopf aber aktiv.
Wenn du nachts auch körperliche Angstsymptome spürst, kann das sehr beunruhigend sein. Herzklopfen, Engegefühl, Schwindel oder Atemveränderungen können im Bett besonders stark wahrgenommen werden, weil es wenig Ablenkung gibt.
Passende Artikel aus dem Angst-Cluster:
- Warum habe ich ständig Angst? Wenn der Kopf keine Sicherheit findet
- Angst vor Kontrollverlust und ständige Sorgen: Warum der Kopf Gefahr sucht
- Panikattacke oder Angst? Warum sich Angst körperlich so stark anfühlt
- Online-Verhaltenstherapie bei Angst, Panik und ständiger Sorge
Nächtliches Grübeln bei Depression und Erschöpfung
Bei Depression, Erschöpfung oder innerer Leere kann nächtliches Grübeln besonders schwer werden. Gedanken richten sich dann häufig auf die eigene Person, die Vergangenheit oder die Frage, ob es jemals wieder besser wird.
Typische Gedanken sind:
- „Warum bin ich so erschöpft?“
- „Warum schaffe ich nichts mehr?“
- „Was ist mit mir los?“
- „Ich müsste funktionieren.“
- „Andere bekommen ihr Leben besser hin.“
- „Es wird nie wieder leichter.“
Diese Gedanken können sehr belastend sein, weil sie nachts weniger Abstand haben. Was tagsüber noch relativ kontrollierbar wirkt, kann im Dunkeln hoffnungsloser erscheinen. Schlafmangel verstärkt zusätzlich die emotionale Belastung am nächsten Tag.
So entsteht ein ungünstiger Kreislauf: Grübeln stört den Schlaf, schlechter Schlaf schwächt die Belastbarkeit, dadurch werden depressive Gedanken oder Erschöpfung stärker — und abends beginnt der Kopf wieder zu kreisen.
Wenn du dich leer, antriebslos oder erschöpft fühlst, lies auch:
- Ich fühle mich leer: Ursachen, Warnzeichen und wie Verhaltenstherapie helfen kann
- Antriebslosigkeit: Ursachen, Depression oder Erschöpfung?
- Burnout oder Depression
- Online-Verhaltenstherapie bei Depression, Burnout und Erschöpfung
Perfektionismus: Wenn der Tag nachts analysiert wird
Bei Perfektionismus wird die Nacht oft zur Auswertungsphase. Der Kopf geht den Tag noch einmal durch: Was habe ich gesagt? War das richtig? Habe ich etwas übersehen? Hätte ich besser reagieren müssen? Was muss morgen perfekt laufen?
Das Problem ist: Der innere Kritiker schläft oft nicht mit ein. Er bewertet weiter. Er sucht Fehler, Risiken und Verbesserungsmöglichkeiten. Das kann sich anfühlen wie Verantwortungsbewusstsein, ist aber oft sehr erschöpfend.
Typische Gedanken bei Perfektionismus und nächtlichem Grübeln sind:
- „Ich hätte das besser machen müssen.“
- „Warum habe ich so reagiert?“
- „Was, wenn ich einen Fehler übersehen habe?“
- „Morgen darf ich nicht wieder versagen.“
- „Ich muss alles im Griff haben.“
- „Andere dürfen nicht merken, dass ich unsicher bin.“
Solche Gedanken wirken oft wie Vorbereitung. Aber wenn sie im Bett wiederholt und ohne Handlungsmöglichkeit kreisen, halten sie den Körper wach und verstärken inneren Druck.
Passende Artikel dazu:
- Perfektionismus verstehen: Warum ich immer alles richtig machen muss
- Perfektionismus und Angst: Warum Fehler sich so bedrohlich anfühlen
- Innerer Kritiker: Warum ich so streng mit mir selbst bin
- Online-Verhaltenstherapie bei Perfektionismus, Selbstkritik und innerem Druck
Der Kreislauf aus Grübeln und Schlafproblemen
Nächtliches Grübeln und Schlafprobleme halten sich oft gegenseitig aufrecht. Es beginnt vielleicht mit Stress oder einer Sorge. Dann liegst du wach. Weil du wach liegst, machst du dir Sorgen über den Schlaf. Dadurch steigt die Anspannung. Und je angespannter du bist, desto schwerer wird das Einschlafen.
Ein typischer Kreislauf sieht so aus:
- Du gehst müde ins Bett.
- Ein Gedanke taucht auf.
- Du beginnst zu analysieren oder dir Sorgen zu machen.
- Dein Körper wird wacher.
- Du merkst, dass du nicht einschläfst.
- Du setzt dich unter Druck: „Ich muss schlafen.“
- Der Druck erhöht die Anspannung.
- Du beobachtest dich und deinen Schlaf noch stärker.
- Das Gedankenkarussell wird intensiver.
Mit der Zeit kann schon das Zubettgehen selbst zum Auslöser werden. Das Bett wird dann nicht mehr nur mit Ruhe verbunden, sondern auch mit Anstrengung, Grübeln und Frustration.
Genau deshalb ist es wichtig, nicht nur einzelne Gedanken zu betrachten, sondern den gesamten Kreislauf: Gedanken, Körper, Verhalten, Schlafdruck und Gewohnheiten.
Warnzeichen: Wann solltest du dir Hilfe holen?
Nicht jede unruhige Nacht braucht Psychotherapie. Hilfe kann aber sinnvoll sein, wenn Grübeln und Schlafprobleme häufiger auftreten, dich stark belasten oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen.
Ein verhaltenstherapeutisches Erstgespräch kann sinnvoll sein, wenn du mehrere dieser Punkte bei dir erkennst:
- Du grübelst regelmäßig abends oder nachts.
- Du kannst schwer einschlafen, weil der Kopf nicht aufhört.
- Du wachst nachts auf und beginnst sofort zu denken.
- Du hast Angst vor der nächsten schlechten Nacht.
- Du beobachtest deinen Schlaf sehr stark.
- Du bist tagsüber erschöpft, gereizt oder weniger belastbar.
- Du fühlst dich innerlich dauerhaft angespannt.
- Du hast zusätzlich Angst, Panik, depressive Symptome oder starke Selbstkritik.
- Du vermeidest Dinge, weil du Angst hast, nicht genug Schlaf zu bekommen.
- Du hast das Gefühl, Schlaf und Gedanken nicht mehr beeinflussen zu können.
Besonders wichtig ist Unterstützung, wenn Schlafprobleme mit Hoffnungslosigkeit, starker Depression, Panikattacken, Selbstgefährdung oder einer akuten psychischen Krise verbunden sind.
Was du selbst versuchen kannst
Wenn du nachts grübelst, ist der Wunsch verständlich, die Gedanken sofort abzustellen. Doch genau dieser Kampf kann den Kopf noch aktiver machen. Hilfreicher ist oft, den Kreislauf zu erkennen und an mehreren Stellen anzusetzen.
Erste Schritte können sein:
- Grübeln benennen: „Das ist gerade ein Gedankenkarussell“ statt „Ich muss das jetzt lösen“.
- Schlaf nicht erzwingen: Druck macht den Körper oft wacher.
- Problemlösen vom Grübeln trennen: Gibt es jetzt im Bett einen konkreten nächsten Schritt?
- Gedanken vertagen: Manche Themen gehören nicht ins Bett, sondern in eine geplante Denkzeit am Tag.
- Selbstbeobachtung reduzieren: Nicht ständig prüfen, ob du schon müde genug bist.
- Körper mitdenken: Grübeln ist oft auch körperliche Anspannung.
- Den Tag früher abschließen: Unerledigtes braucht manchmal vor dem Schlafen einen klaren Platz.
Wichtig ist: Diese Hinweise ersetzen keine individuelle Therapie. Sie können aber helfen, das Gedankenkarussell nicht mehr als reine Wahrheit zu erleben, sondern als Muster, das verstanden und verändert werden kann.
Wie Verhaltenstherapie bei nächtlichem Grübeln helfen kann
Verhaltenstherapie kann bei nächtlichem Grübeln und Schlafproblemen helfen, weil sie den gesamten Kreislauf betrachtet: Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen, Schlafdruck, Verhalten und Gewohnheiten.
In der Therapie können wir gemeinsam untersuchen:
- Wann beginnt das Grübeln?
- Welche Themen tauchen nachts immer wieder auf?
- Welche Gedanken erhöhen den Schlafdruck?
- Welche körperlichen Anzeichen von Anspannung gibt es?
- Wie reagierst du, wenn du nicht einschlafen kannst?
- Welche Gewohnheiten halten das Problem möglicherweise aufrecht?
- Welche Rolle spielen Angst, Stress, Depression, Perfektionismus oder Selbstkritik?
- Wie kannst du anders mit Gedanken und Schlafdruck umgehen?
Ein wichtiger Teil ist, Grübeln und Problemlösen zu unterscheiden. Wenn der Kopf nachts Aufgaben bearbeiten möchte, braucht er oft neue Regeln: Welche Themen sind wirklich jetzt lösbar? Welche Fragen verlangen nur absolute Sicherheit? Welche Gedanken dürfen da sein, ohne dass du ihnen folgen musst?
Verhaltenstherapie arbeitet außerdem mit konkretem Verhalten. Denn Schlaf verändert sich selten nur durch Einsicht. Es braucht häufig neue Routinen, einen anderen Umgang mit Wachliegen, weniger Schlafdruck und mehr Vertrauen, dass der Körper wieder in Ruhe finden kann.
Der vertiefende Artikel dazu: Grübeln oder Problemlösen: Warum Nachdenken manchmal nicht mehr hilft
Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
Online-Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, wenn nächtliches Grübeln, Gedankenkarussell, Schlafprobleme, innere Unruhe, Stress, Angst oder Selbstkritik deinen Alltag belasten und du Unterstützung von zuhause aus wahrnehmen möchtest.
Bei mir, Dr. Richard Blokesch, geht es im Erstgespräch zunächst darum, deine Situation einzuordnen: Seit wann grübelst du nachts? Welche Gedanken kommen wieder? Wie ist dein Schlaf? Was machst du, wenn du wach liegst? Gibt es Angst, Stress, Depression, Erschöpfung oder Perfektionismus? Und was wäre für dich konkret entlastend?
Danach kann gemeinsam geklärt werden, ob Online-Verhaltenstherapie für deine Situation geeignet ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
Der Conversion-Artikel dieses Clusters ist: Online-Verhaltenstherapie bei Grübeln, Sorgen und Gedankenkarussell
Wann Online-Therapie nicht ausreicht
Online-Therapie ist nicht in jeder Situation der richtige erste Schritt. Wenn du akut suizidale Gedanken hast, dich selbst gefährden könntest, dich nicht mehr sicher fühlst oder in einer akuten psychischen Krise bist, solltest du sofort direkte Hilfe suchen.
Wende dich in einer akuten Krise bitte an den Notruf, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, eine psychiatrische Ambulanz oder eine Krisenstelle in deiner Nähe. Akute Selbstgefährdung braucht unmittelbare Unterstützung.
Bei neuen, starken oder unklaren körperlichen Beschwerden sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Besonders bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, neurologischen Symptomen oder plötzlich sehr starken Beschwerden sollte nicht abgewartet werden.
Häufige Fragen zum Gedankenkarussell nachts
Warum grüble ich besonders nachts?
Nachts gibt es weniger Ablenkung. Gedanken, die tagsüber im Hintergrund waren, rücken stärker in den Vordergrund. Zusätzlich sind Körper und Psyche müder, wodurch Sorgen oft intensiver wirken.
Warum kann ich nicht einschlafen, obwohl ich müde bin?
Müdigkeit allein reicht nicht immer, wenn der Körper innerlich aktiviert ist. Grübeln, Stress, Anspannung oder Schlafdruck können das Nervensystem wach halten, obwohl du eigentlich erschöpft bist.
Macht Grübeln Schlafprobleme schlimmer?
Ja, Grübeln kann Schlafprobleme verstärken. Gedanken aktivieren den Körper, erhöhen Anspannung und führen oft zu Schlafdruck. Dadurch wird Einschlafen schwieriger.
Ist Gedankenkarussell nachts ein Zeichen von Angst?
Es kann mit Angst zusammenhängen, muss aber nicht. Nächtliches Grübeln kann auch bei Stress, Perfektionismus, Depression, Erschöpfung oder Selbstkritik auftreten. Entscheidend ist, welche Gedanken und Gefühle das Grübeln antreiben.
Hilft Verhaltenstherapie bei nächtlichem Grübeln?
Ja. Verhaltenstherapie kann helfen, Grübelmuster, Schlafdruck, ungünstige Gewohnheiten, innere Anspannung und den Umgang mit Gedanken zu verändern. Ziel ist, den Kreislauf aus Grübeln und Schlafproblemen zu durchbrechen.
Wann sollte ich mir Hilfe holen?
Hilfe ist sinnvoll, wenn nächtliches Grübeln regelmäßig auftritt, deinen Schlaf deutlich stört oder du tagsüber stark erschöpft bist. Auch wenn Angst, Depression, Panik, innere Unruhe oder Selbstkritik dazukommen, kann ein Erstgespräch hilfreich sein.
Verwandte Artikel
Wenn dich nächtliches Grübeln, Schlafprobleme oder innere Anspannung beschäftigen, könnten diese Artikel ebenfalls hilfreich sein:
- Ich kann nicht aufhören zu grübeln: Warum der Kopf keine Pause macht
- Ständiges Sorgen: Wenn der Kopf immer vom Schlimmsten ausgeht
- Alles analysieren müssen: Warum ich Gespräche, Fehler und Entscheidungen nicht loslasse
- Grübeln oder Problemlösen: Warum Nachdenken manchmal nicht mehr hilft
- Online-Verhaltenstherapie bei Grübeln, Sorgen und Gedankenkarussell
- Schlafstörungen durch Stress: Warum du nicht zur Ruhe kommst
- Warum kann ich nicht abschalten?
- Warum habe ich ständig Angst? Wenn der Kopf keine Sicherheit findet
- Online-Verhaltenstherapie bei Stress, Schlafproblemen und körperlichen Symptomen
Weitere Informationen zu meiner therapeutischen Arbeit bei starkem Grübeln finden Sie auf meiner Schwerpunktseite: Starkes Grübeln .
Fazit: Nachts wird der Kopf laut, wenn Körper und Psyche keine Ruhe finden
Ein nächtliches Gedankenkarussell ist nicht einfach ein Zeichen von fehlender Disziplin. Häufig versucht dein Kopf, Probleme zu lösen, Sicherheit herzustellen oder Kontrolle zurückzugewinnen. Das ist verständlich — aber im Bett führt es oft nicht zu Klarheit, sondern zu mehr Anspannung.
Grübeln, Schlafdruck und körperliche Aktivierung können sich gegenseitig verstärken. Je mehr du schlafen musst, desto wacher wirst du. Je wacher du wirst, desto mehr grübelst du. Und je öfter das passiert, desto stärker kann schon die Nacht selbst zum Stressauslöser werden.
Verhaltenstherapie kann helfen, diesen Kreislauf zu verstehen und Schritt für Schritt zu verändern. Ziel ist nicht, Gedanken mit Gewalt auszuschalten. Ziel ist, anders mit ihnen umzugehen, den Schlafdruck zu reduzieren und wieder mehr Vertrauen in Ruhe und Schlaf aufzubauen.
Über Dr. Richard Blokesch
Dr. Richard Blokesch ist Verhaltenstherapeut und unterstützt Menschen dabei, Grübeln, Gedankenkarussell, Schlafprobleme, Stress, innere Unruhe, Angst, Panik, Perfektionismus, Selbstkritik und Erschöpfung besser zu verstehen und Schritt für Schritt mehr Stabilität im Alltag aufzubauen. In der Online-Verhaltenstherapie geht es darum, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, innere Anspannung zu reduzieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
