Bestätigung tut gut. Jeder Mensch möchte gesehen, verstanden, gemocht und ernst genommen werden. Es ist völlig normal, sich über Zuspruch, Nähe oder Anerkennung zu freuen. Belastend wird es aber, wenn Bestätigung nicht mehr nur angenehm ist, sondern notwendig wirkt, um sich innerlich sicher zu fühlen.
Vielleicht kennst du das: Du fragst nach, ob alles okay ist. Du wartest angespannt auf eine Antwort. Du überlegst, ob eine Nachricht kühl klang. Du brauchst Rückmeldung, dass du nicht zu viel warst, nichts falsch gemacht hast oder noch wichtig bist. Kurz beruhigt dich die Bestätigung. Doch wenig später kommt die Unsicherheit zurück.
Dann entsteht ein Kreislauf: Unsicherheit → Bestätigung suchen → kurze Beruhigung → neue Unsicherheit. Und je häufiger dieser Kreislauf abläuft, desto mehr fühlt es sich an, als könntest du dir selbst nicht mehr vertrauen.
Dieser Artikel erklärt, warum Menschen ständig Bestätigung brauchen können, wie das mit Selbstwert, Verlustangst, Grübeln, sozialer Angst, Perfektionismus und Beziehungsmustern zusammenhängt — und wie Verhaltenstherapie helfen kann, innere Sicherheit weniger abhängig von Rückmeldung anderer zu machen.
Kurz gesagt
Ständiges Bedürfnis nach Bestätigung entsteht häufig, wenn der eigene Selbstwert unsicher ist oder Beziehungen als potenziell gefährdet erlebt werden. Bestätigung beruhigt kurzfristig, kann langfristig aber dazu führen, dass innere Sicherheit immer stärker von anderen abhängig wird. Verhaltenstherapie kann helfen, Rückversicherungsmuster zu erkennen, Selbstzweifel besser einzuordnen und mehr eigene Stabilität aufzubauen.
Inhalt dieses Artikels
- Was bedeutet es, ständig Bestätigung zu brauchen?
- Typische Formen von Bestätigungssuche
- Warum brauche ich so viel Bestätigung?
- Selbstwert: Wenn Rückmeldung zum Beweis wird
- Verlustangst: Wenn Bestätigung Beziehungssicherheit geben soll
- Soziale Angst: Wenn jede Reaktion bewertet wird
- Grübeln: Warum Bestätigung oft nicht lange hilft
- Perfektionismus: Bestätigung durch Leistung
- Der Kreislauf aus Unsicherheit und Rückversicherung
- Wann wird Bestätigungssuche problematisch?
- Was du selbst versuchen kannst
- Wie Verhaltenstherapie helfen kann
- Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
- Häufige Fragen
Was bedeutet es, ständig Bestätigung zu brauchen?
Bestätigung zu brauchen bedeutet zunächst nichts Krankhaftes. Menschen sind soziale Wesen. Wir orientieren uns an anderen, möchten dazugehören und brauchen Resonanz. Problematisch wird es, wenn Bestätigung zur Voraussetzung dafür wird, dich sicher, richtig oder liebenswert zu fühlen.
Dann ist Bestätigung nicht mehr nur angenehm, sondern wird innerlich notwendig. Ohne sie entsteht Anspannung, Grübeln oder Angst. Vielleicht fühlst du dich erst beruhigt, wenn jemand sagt, dass alles okay ist, dass du nichts falsch gemacht hast oder dass du noch wichtig bist.
Typisch ist, dass die Beruhigung nicht lange hält. Für einen Moment fühlt sich alles besser an. Doch dann kommt der nächste Zweifel:
- „Hat die Person es wirklich so gemeint?“
- „Was, wenn sie nur nett sein wollte?“
- „Warum antwortet sie jetzt wieder anders?“
- „Vielleicht habe ich doch etwas falsch gemacht.“
- „Vielleicht bin ich doch zu viel.“
Dadurch kann Bestätigung wie ein inneres Beruhigungsmittel wirken: kurzfristig hilfreich, langfristig aber nicht ausreichend. Denn die eigentliche Unsicherheit wird nicht dauerhaft gelöst.
Typische Formen von Bestätigungssuche
Bestätigungssuche kann sehr direkt oder sehr indirekt sein. Manche Menschen fragen offen nach. Andere versuchen, durch Verhalten, Leistung oder Anpassung Bestätigung zu bekommen.
Direkte Formen sind zum Beispiel:
- „Ist alles okay?“
- „Bist du sauer auf mich?“
- „War das schlimm?“
- „Findest du mich noch gut?“
- „Habe ich etwas falsch gemacht?“
- „Magst du mich noch?“
Indirekte Formen können sein:
- Nachrichten, Antwortzeiten oder Tonfall genau prüfen
- testen, ob die andere Person sich meldet
- sich übermäßig entschuldigen
- viel erklären, um nicht falsch verstanden zu werden
- überleisten, um Anerkennung zu bekommen
- Konflikte vermeiden, um gemocht zu werden
- eigene Bedürfnisse zurückstellen
- ständig vergleichen, wie andere reagieren
Besonders tückisch ist, dass Bestätigungssuche oft vernünftig wirkt. Schließlich möchtest du klären, ob etwas stimmt. In manchen Situationen ist Klärung auch sinnvoll. Der Unterschied liegt darin, ob du wirklich ein konkretes Problem klären möchtest — oder ob du eine innere Angst kurzfristig beruhigen willst.
Warum brauche ich so viel Bestätigung?
Ein starkes Bedürfnis nach Bestätigung entsteht häufig dann, wenn die eigene innere Sicherheit nicht stabil genug ist. Die Rückmeldung anderer wird dann gebraucht, um den eigenen Wert, die eigene Wahrnehmung oder die Sicherheit einer Beziehung zu bestätigen.
Mögliche innere Gründe sind:
- geringer Selbstwert
- Angst, verlassen oder abgelehnt zu werden
- frühere Erfahrungen von Kritik, Zurückweisung oder Unsicherheit
- Perfektionismus und Angst vor Fehlern
- soziale Unsicherheit oder Angst vor Bewertung
- Schwierigkeiten, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen
- starkes Grübeln
- Konfliktangst
- das Gefühl, nur sicher zu sein, wenn andere zufrieden sind
Häufig steckt eine innere Regel dahinter:
- „Ich bin nur okay, wenn andere mich bestätigen.“
- „Wenn jemand unzufrieden ist, bin ich schuld.“
- „Wenn ich keine Rückmeldung bekomme, stimmt etwas nicht.“
- „Ich darf keine Fehler machen, sonst werde ich abgelehnt.“
- „Ich kann meiner eigenen Einschätzung nicht vertrauen.“
Diese Regeln müssen nicht bewusst sein. Sie können automatisch ablaufen. Dann fühlt sich Bestätigung nicht wie eine Wahl an, sondern wie ein dringendes Bedürfnis.
Selbstwert: Wenn Rückmeldung zum Beweis wird
Ein unsicherer Selbstwert ist einer der häufigsten Gründe für starke Bestätigungssuche. Wenn du dich innerlich nicht gut genug fühlst, kann Anerkennung von außen sehr wichtig werden. Lob, Nähe oder Zustimmung wirken dann wie ein Beweis: „Ich bin doch okay.“
Das Problem: Dieser Beweis hält oft nicht lange. Sobald eine neue Unsicherheit entsteht, wird erneut Bestätigung gebraucht. Dadurch bleibt der Selbstwert abhängig von äußeren Rückmeldungen.
Typische Selbstwertfragen sind:
- „Bin ich gut genug?“
- „Bin ich liebenswert?“
- „Bin ich interessant genug?“
- „Mache ich alles richtig?“
- „Bin ich wichtig?“
Wenn diese Fragen hauptsächlich durch andere beantwortet werden sollen, entsteht Abhängigkeit von Rückmeldung. Verhaltenstherapie kann helfen, den Selbstwert weniger an Leistung, Zustimmung oder Beziehungssicherheit zu knüpfen.
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Verlustangst: Wenn Bestätigung Beziehungssicherheit geben soll
In Beziehungen wird Bestätigung oft gesucht, um Verlustangst zu beruhigen. Wenn Nähe unsicher wirkt, können Rückmeldungen der anderen Person sehr wichtig werden. Eine liebe Nachricht, ein Zeichen von Interesse oder ein „Alles gut“ kann dann kurzfristig Sicherheit geben.
Doch wenn die Angst vor dem Verlassenwerden stark ist, reicht Bestätigung meist nicht dauerhaft aus. Der Kopf sucht nach neuen Zeichen:
- Antwortet die Person schnell genug?
- Klingt sie so liebevoll wie sonst?
- Ist weniger Nähe da?
- Hat sich etwas verändert?
- Bin ich noch wichtig?
Dadurch kann Beziehung innerlich anstrengend werden. Nähe beruhigt, Distanz alarmiert. Bestätigung wird gebraucht, damit sich die Beziehung sicher anfühlt. Aber gerade diese Abhängigkeit von Rückversicherung kann die Angst langfristig stärker machen.
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Soziale Angst: Wenn jede Reaktion bewertet wird
Bestätigungssuche kann auch mit sozialer Angst zusammenhängen. Wenn du Angst hast, negativ bewertet zu werden, beobachtest du dich und andere möglicherweise sehr genau. Du prüfst, ob du richtig angekommen bist, ob jemand genervt war oder ob du etwas Peinliches gesagt hast.
Typische Gedanken sind:
- „War ich komisch?“
- „Habe ich zu viel geredet?“
- „Hat die Person mich falsch verstanden?“
- „War mein Verhalten angemessen?“
- „Mögen mich die anderen?“
Dann wird Bestätigung gesucht, um die soziale Unsicherheit zu beruhigen. Doch wenn du dich nach jeder Begegnung absichern musst, bleibt die Angst vor Bewertung bestehen. Dein Gehirn lernt nicht: Ich kann auch ohne perfekte Rückmeldung mit sozialer Unsicherheit umgehen.
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Grübeln: Warum Bestätigung oft nicht lange hilft
Ein wichtiger Grund, warum Bestätigung nicht lange hält, ist Grübeln. Nachdem du eine Rückmeldung bekommen hast, beginnt der Kopf möglicherweise trotzdem weiterzuprüfen.
Zum Beispiel:
- „Hat die Person das nur gesagt, um mich zu beruhigen?“
- „Meinte sie es wirklich ernst?“
- „Warum hat sie danach anders geschrieben?“
- „Was, wenn ich trotzdem etwas falsch gemacht habe?“
- „Warum brauche ich überhaupt so viel Bestätigung?“
Dadurch wird die Bestätigung innerlich entwertet. Der Zweifel findet eine neue Lücke. Das ist typisch für Grübeln: Es sucht Sicherheit, erzeugt aber neue Unsicherheit.
In der Verhaltenstherapie kann es deshalb wichtig sein, Bestätigungssuche und Grübeln gemeinsam zu betrachten. Wenn nur die Rückversicherung reduziert wird, aber das Grübeln weiterläuft, bleibt der innere Druck oft bestehen.
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Perfektionismus: Bestätigung durch Leistung
Bestätigung wird nicht nur in Beziehungen gesucht. Viele Menschen suchen Bestätigung auch über Leistung. Sie wollen gute Arbeit machen, nichts falsch machen, zuverlässig sein, perfekt wirken oder besonders hilfreich sein.
Dahinter kann die innere Regel stehen:
- „Ich bin wertvoll, wenn ich leiste.“
- „Ich darf keine Fehler machen.“
- „Ich muss stark und kompetent wirken.“
- „Wenn andere zufrieden sind, bin ich okay.“
Lob oder Anerkennung beruhigen dann kurzfristig. Aber wenn die nächste Aufgabe kommt, beginnt der Druck von vorne. Der Selbstwert bleibt an Leistung geknüpft.
Perfektionismus kann deshalb eine indirekte Form von Bestätigungssuche sein. Nicht immer durch Nachfragen, sondern durch ständiges Funktionieren.
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Der Kreislauf aus Unsicherheit und Rückversicherung
Bestätigungssuche bleibt häufig bestehen, weil sie kurzfristig funktioniert. Genau das macht sie so hartnäckig. Wenn du dich ängstlich fühlst und Bestätigung bekommst, sinkt die Anspannung. Dein Gehirn merkt: Das hat geholfen. Beim nächsten Mal schlägt es denselben Weg wieder vor.
Ein typischer Kreislauf:
- Eine Situation löst Unsicherheit aus.
- Der Gedanke entsteht: „Stimmt etwas nicht?“ oder „Bin ich nicht genug?“
- Angst, Scham oder Anspannung steigen.
- Du suchst Bestätigung: fragen, prüfen, erklären, leisten, anpassen.
- Kurzfristig wirst du ruhiger.
- Langfristig lernt dein Gehirn: Ohne Bestätigung bin ich nicht sicher.
- Beim nächsten Auslöser kommt der Drang nach Bestätigung schneller zurück.
Der Kreislauf zeigt: Das Problem ist nicht, dass du dir Nähe oder Anerkennung wünschst. Das Problem ist, dass dein inneres Sicherheitssystem zunehmend von äußerer Rückmeldung abhängig wird.
Verhaltenstherapie kann helfen, genau diesen Kreislauf sichtbar zu machen und schrittweise zu verändern.
Wann wird Bestätigungssuche problematisch?
Bestätigungssuche wird problematisch, wenn sie dich oder deine Beziehungen deutlich belastet. Das kann sowohl für dich als auch für andere anstrengend werden.
Warnzeichen sind:
- Du fühlst dich ohne Rückmeldung schnell unsicher oder ängstlich.
- Du brauchst immer wieder Bestätigung, obwohl du sie gerade bekommen hast.
- Du prüfst Nachrichten, Reaktionen oder Tonfall sehr häufig.
- Du vermeidest Konflikte, um keine negative Reaktion zu riskieren.
- Du passt dich stark an, um gemocht zu werden.
- Du hast Schwierigkeiten, deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen.
- Du grübelst lange über Gespräche oder Begegnungen.
- Du fühlst dich abhängig von Anerkennung, Nähe oder Zustimmung.
- Du wirst innerlich unruhig, wenn andere nicht sofort reagieren.
- Du fühlst dich erschöpft durch den ständigen inneren Druck.
Unterstützung ist besonders wichtig, wenn Bestätigungssuche mit starker Verlustangst, Panik, depressiver Stimmung, Kontrollverhalten, Selbstabwertung oder Gedanken an Selbstgefährdung verbunden ist.
Was du selbst versuchen kannst
Wenn der Drang nach Bestätigung stark ist, hilft es meist nicht, sich einfach zu verbieten, nachzufragen. Das erzeugt oft noch mehr Druck. Hilfreicher ist es, den Mechanismus zu verstehen und schrittweise neue Reaktionen zu üben.
Erste Schritte können sein:
- Den Drang benennen: „Ich möchte gerade Bestätigung, weil ich unsicher bin.“
- Klärung und Rückversicherung unterscheiden: Gibt es ein echtes Problem — oder suche ich Beruhigung?
- Kurze Pause einbauen: Nicht sofort schreiben, fragen oder prüfen.
- Körper beruhigen: Anspannung erst regulieren, bevor du reagierst.
- Eigene Einschätzung formulieren: Was glaube ich selbst, bevor ich andere frage?
- Unsicherheit dosiert aushalten: Nicht jede Unklarheit muss sofort gelöst werden.
- Selbstwertfrage erkennen: Geht es wirklich um die Situation — oder um „Bin ich okay?“
Wichtig ist: Ziel ist nicht, nie wieder Bestätigung zu wollen. Ziel ist, dass Bestätigung nicht mehr die einzige Möglichkeit ist, dich sicher zu fühlen.
Wie Verhaltenstherapie helfen kann
Verhaltenstherapie kann helfen, Bestätigungssuche nicht als isoliertes Verhalten zu betrachten, sondern als Teil eines größeren Musters. Dabei geht es um Auslöser, Gedanken, Gefühle, Körperreaktionen, innere Regeln und Konsequenzen.
In der Therapie können wir gemeinsam untersuchen:
- In welchen Situationen brauchst du besonders stark Bestätigung?
- Welche Gedanken treten vorher auf?
- Welche Gefühle und Körperreaktionen entstehen?
- Welche Rolle spielen Selbstwert, Verlustangst oder soziale Angst?
- Wie suchst du Bestätigung direkt oder indirekt?
- Was passiert kurzfristig nach der Bestätigung?
- Was passiert langfristig mit deiner inneren Sicherheit?
- Welche neuen Verhaltensweisen wären möglich?
Ein wichtiger therapeutischer Schritt ist, Rückversicherung schrittweise zu reduzieren und gleichzeitig andere Formen innerer Stabilisierung aufzubauen. Das bedeutet nicht, Beziehungen kalt oder distanziert zu führen. Es bedeutet, dass du lernst, Unsicherheit besser selbst zu regulieren, bevor du automatisch Bestätigung suchen musst.
Verhaltenstherapie kann außerdem helfen, zugrunde liegende Themen zu bearbeiten: Selbstwert, Angst vor Ablehnung, Perfektionismus, Grübeln, Konfliktvermeidung und Beziehungsmuster.
Wie Online-Verhaltenstherapie ablaufen kann
Online-Verhaltenstherapie kann sinnvoll sein, wenn Bestätigungssuche, Verlustangst, Selbstzweifel, Grübeln, soziale Unsicherheit oder Beziehungsmuster deinen Alltag belasten und du Unterstützung von zuhause aus wahrnehmen möchtest.
Bei mir, Dr. Richard Blokesch, geht es im Erstgespräch zunächst darum, deine Situation einzuordnen: In welchen Momenten brauchst du Bestätigung? Was löst die Unsicherheit aus? Welche Rolle spielen Selbstwert, Angst, Grübeln, Beziehungen oder Perfektionismus? Und was möchtest du konkret verändern?
Danach kann gemeinsam geklärt werden, ob Online-Verhaltenstherapie für deine Situation geeignet ist und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.
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Wann Online-Therapie nicht ausreicht
Online-Therapie ist nicht in jeder Situation der richtige erste Schritt. Wenn du akut suizidale Gedanken hast, dich selbst gefährden könntest, dich nicht mehr sicher fühlst oder in einer akuten psychischen Krise bist, solltest du sofort direkte Hilfe suchen.
Wende dich in einer akuten Krise bitte an den Notruf, den ärztlichen Bereitschaftsdienst, eine psychiatrische Ambulanz oder eine Krisenstelle in deiner Nähe. Akute Selbstgefährdung braucht unmittelbare Unterstützung.
Bei akuter Gewalt, Bedrohung, Stalking, massiver Beziehungskrise oder wenn du dich in deiner Beziehung nicht sicher fühlst, sollte zusätzlich direkte Hilfe vor Ort gesucht werden. In solchen Situationen steht Sicherheit an erster Stelle.
Bei neuen, starken oder unklaren körperlichen Beschwerden sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Besonders bei Brustschmerzen, Atemnot, Ohnmacht, neurologischen Symptomen oder plötzlich sehr starken Beschwerden sollte nicht abgewartet werden.
Häufige Fragen zum Bedürfnis nach Bestätigung
Warum brauche ich ständig Bestätigung?
Häufig hängt das mit unsicherem Selbstwert, Verlustangst, sozialer Unsicherheit, Perfektionismus oder Schwierigkeiten zusammen, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Bestätigung beruhigt kurzfristig, löst aber die zugrunde liegende Unsicherheit oft nicht dauerhaft.
Ist es falsch, Bestätigung zu brauchen?
Nein. Bestätigung zu wollen ist menschlich. Problematisch wird es, wenn du ohne Bestätigung kaum innere Sicherheit findest oder immer wieder Rückversicherung brauchst, obwohl du sie bereits bekommen hast.
Hat Bestätigungssuche mit geringem Selbstwert zu tun?
Sehr häufig ja. Wenn dein Selbstwert unsicher ist, kann Rückmeldung von außen wie ein Beweis wirken, dass du okay, wichtig oder liebenswert bist. Dadurch wird dein Wertgefühl aber stark von anderen abhängig.
Warum hilft Bestätigung nur kurz?
Weil der zugrunde liegende Zweifel oft bestehen bleibt. Der Kopf findet neue Unsicherheiten oder stellt die Bestätigung selbst infrage. Deshalb reicht reine Rückversicherung langfristig häufig nicht aus.
Kann Verhaltenstherapie helfen?
Ja. Verhaltenstherapie kann helfen, den Kreislauf aus Unsicherheit, Rückversicherung und erneuter Unsicherheit zu erkennen. Ziel ist, mehr innere Stabilität aufzubauen und Bestätigungssuche schrittweise weniger notwendig zu machen.
Wann sollte ich mir Hilfe holen?
Hilfe ist sinnvoll, wenn dein Bedürfnis nach Bestätigung deine Beziehungen, Stimmung, Entscheidungen, Arbeit, Schlaf oder Lebensqualität deutlich belastet. Auch wenn Verlustangst, Grübeln, Panik, depressive Symptome oder starke Selbstabwertung dazukommen, kann ein Erstgespräch hilfreich sein.
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Weitere Informationen zu meiner therapeutischen Arbeit bei Persönlichkeitsstörungen und Beziehungsmustern finden Sie auf meiner Schwerpunktseite: Persönlichkeitsstörungen und Beziehungsmuster .
Fazit: Bestätigung ist menschlich — aber sie sollte nicht deine einzige Sicherheit sein
Bestätigung zu brauchen ist nicht falsch. Menschen brauchen Verbindung, Rückmeldung und Resonanz. Problematisch wird es, wenn Bestätigung zur einzigen Möglichkeit wird, dich sicher, wertvoll oder geliebt zu fühlen.
Dann entsteht ein Kreislauf: Unsicherheit, Rückversicherung, kurze Beruhigung, neue Unsicherheit. Dieser Kreislauf kann Beziehungen belasten und den eigenen Selbstwert immer stärker von außen abhängig machen.
Verhaltenstherapie kann helfen, diesen Kreislauf zu verstehen und zu verändern. Ziel ist nicht, keine Nähe oder Anerkennung mehr zu brauchen. Ziel ist, dass du mehr innere Stabilität entwickelst — auch dann, wenn nicht sofort alles eindeutig, bestätigt oder sicher ist.
Über Dr. Richard Blokesch
Dr. Richard Blokesch ist Verhaltenstherapeut und unterstützt Menschen dabei, Bestätigungssuche, Verlustangst, Beziehungsmuster, Selbstzweifel, geringen Selbstwert, Grübeln, Angst vor Ablehnung, innere Unruhe und Erschöpfung besser zu verstehen und Schritt für Schritt mehr Stabilität im Alltag aufzubauen. In der Online-Verhaltenstherapie geht es darum, belastende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, innere Anspannung zu reduzieren und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
